Von:
Fritz Graßmann

e-konfirmation.de

„...und noch ein Tipp: Zieht eure Schuhe schon einmal vor der Konfirmation an und versucht, in ihnen zu laufen. Außerdem empfiehlt es sich, die Sohle zu überprüfen. Wenn da noch der Preis aufgeklebt ist, sieht man das bei der Einsegnung!“ Solche Tipps bekommt man als Konfirmandin. Man verdreht dabei die Augen und ist doch ganz froh um die Ratschläge. Alle, Konfirmandin und Konfirmand, Eltern, die Pfarrerin oder der Kirchenvorsteher merken: die alten Schuhe, Kleider und Rollen passen nicht mehr, aber die neuen passen auch noch nicht wirklich. An diese Stelle hat die evangelische Kirche die Konfirmation gesetzt und ich finde: es passt!

Junge Menschen werden mündig im Leben und im Glauben und die Kirche bietet ihnen und ihren Eltern an, sie dabei zu begleiten. Mit einem Unterricht, in dem es oft buchstäblich um Gott und die Welt geht, und dann mit einer großen Feier, bei der die Konfirmandin und der Konfirmand versprechen, dass sie auch weiterhin ihren Lebensweg im Glauben gehen wollen.

Jetzt werden sie endlich selbst gefragt. Bei der Taufe hatten die meisten von ihnen wenig zu sagen. Damals haben die Eltern für sie das Glaubensbekenntnis gesprochen. Heute geht es ohne ihr eigenes Ja nicht mehr. In unserer Gemeinde klingt das dann so: „Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, bei eurer Taufe hat Gott zu euch sein Ja gesagt. Er hat versprochen, euch als seine Kinder anzunehmen. Heute ist es umgekehrt. Heute sagt ihr 'Ja' zu Gott. Ihr versprecht, im Glauben an Gott festzuhalten. Dabei wird sich euer Glaube euer Leben lang verändern. Es wird Höhepunkte und es wird Tiefpunkte geben - aber Höhen und Tiefen können euch weiterbringen. Wenn ihr euren Weg im Glauben weitergehen wollt, im Vertrauen auf Gott, der euch unsichtbar begleitet, dann antwortet: 'Ja, mit Gottes Hilfe'".

Es ist ein bewegender Moment, wenn sie ja sagen. Aber genauso wichtig ist, dass dann von anderen die Antwort kommt. Auch die Gemeinde verpflichtet sich, sie von jetzt an als gleichberechtigte Mitchristen anzuerkennen. Und die Eltern sind nicht nur stolz auf ihre Kinder und dankbar für die vergangenen Jahre. Viele werden auch für sich leise ein Bekenntnis ablegen, wenn sie ihre Kinder in Erwachsenenkleidern vorne stehen sehen: „Ja und ich bleibe für dich da, wenn du jetzt aufbrichst. Und ich verspreche dir, ich will mit dir zusammen hineinzuwachsen in eine neue Zeit miteinander.“